Aktuelles

Mainz, 23.9.2019

LPK in Berlin – Treffen mit Klöckner, Seibert und Kühnert

Foto: Carsten Wernicke

Auch Journalisten kennen manchen Politiker nur aus dem Fernsehen. Höhepunkt einer zweitägigen Tour der Landespressekonferenz nach Berlin am 12. und 13. September war ein Gespräch mit Juso-Chef Kevin Kühnert, der sich viel Zeit für die Rheinland-Pfälzer nahm und auch wissen wollte, wie das Willy-Brandt-Haus seine Arbeit verbessern kann. Kühnert stellte sich – im vertraulichen Hintergrund – allen Fragen. Etwa, warum er nicht bei der Kandidatensuche seinen Hut in den Ring geworfen hat, und wie er das mit Vergesellschaftlichung von Automobilunternehmen denn gemeint hat… Als Dankeschön der LPK erhielt der Juso-Chef eine Flasche Riesling von der rechten (für die meisten falschen) Rheinseite der Marke „Revoluzzer“.

Rauen Wind ist Winzertochter Julia Klöckner gewöhnt, und in Berlin weht dieser derzeit mächtig der Bundeslandwirtschaftsministerin entgegen. Tierwohllabel, Nährwertkennzeichung und Glyphosat sind alles andere als Wohlfühlthemen. Klöckner nutzte das Gespräch mit der LPK, um ihre Sicht der Dinge – auch auf den Berliner Medienzirkus – darzustellen. Sie gab auch eine Einschätzung ab, wie es mit der Großen Koalition weitergeht. Das „Teufelszeug“ Glyphosat gab auch den Anstoß, der Bundesministerin einen Wein aus Rheinhessen, einen Riesling Essensheimer Teufelspfad, zu schenken, eine Lage, die Julia Klöckner selbstverständlich kannte.

Als Sprecher der Bundesregierung dürfte man dem Wahnsinn manchmal ziemlich nahe sein. Ein munteres Gespräch hatte die LPK mit Steffen Seibert, dem Sprecher der Kanzlerin. Dieser plauderte gewohnt eloquent aus dem Nähkästchen, gab Einblicke in seinen Arbeitsalltag und die internationale Politikbühne. Auch der Frage, wie man als Sprecher mit den Zitteranfällen der Kanzlerin und entsprechendem Medienecho umgeht, wich Seibert in dem Gespräch nicht aus. Das Präsent der LPK, ein Chardonnay aus Rheinhessen, lautete passend „Des Wahnsinns fette Beute“.

Auf dem Fest der rheinland-pfälzischen Landesvertretung in den „Ministergärten“  blieb dann noch Gelegenheit, die Gespräche mit Politikern und anderen gesellschaftlichen Playern zu vertiefen.

Mainz, 5.4.2019

Journalisten müssen nicht Privatadresse nennen: Landespressekonferenz begrüßt Entscheidung des EU-Datenschutzbeauftragten

MAINZ. Die Landespressekonferenz Rheinland-Pfalz hat eine Entscheidung des EU-Datenschutzbeauftragten begrüßt, mit der die Rechte von Journalisten gestärkt werden. Demnach hat die ENF-Fraktion des europäischen Parlaments im Jahr 2017 unrechtmäßig private Adressdaten von Journalisten verlangt.

Journalisten, die an dem ENF-Kongress in Koblenz im Januar 2017 teilnehmen wollten, mussten ihren kompletten Presseausweis hochladen. Auf diesem sind auch die Privatadressen der Reporter zu sehen. Nach Angaben des stellvertretenden europäischen Datenschutzbeauftragten Wojciech Wiewiorowski verstößt dies gegen eine Verordnung aus dem Jahre 2001, die regelt, wie das EU-Parlament und andere europäische Organe mit personenbezogenen Daten umzugehen haben. So seien Sicherheitsrisiken auch für unbeteiligte Dritte, etwa Familienmitglieder von Journalisten, entstanden.

„Die Entscheidung des EU-Datenschutzbeauftragten stärkt Journalisten den Rücken. Sie müssen die Möglichkeit haben, über Veranstaltungen berichten zu können, ohne befürchten zu müssen, dass am nächsten Tag jemand vor ihrer Haustür steht“, so der Vorsitzende der Landespressekonferenz Rheinland-Pfalz, Markus Lachmann. Das Vorgehen der ENF-Fraktion füge sich ein in eine Reihe von Beeinträchtigungen der Pressearbeit rund um den Kongress im Januar 2017. So hatte die ENF-Fraktion einzelnen Journalisten die Teilnahme an dem Kongress verwehrt.

Angestoßen hatte die Entscheidung der SWR-Fernsehjournalist und damalige Vorsitzende der Landespressekonferenz Rheinand-Pfalz, Georg Link.


Die LPK hat einen neuen Vorstand

 
Markus Lachmann, landespolitischer Korrespondent der Allgemeinen Zeitung Mainz, wurde am 13. März 2019 von der Mitgliederversammlung der Landespressekonferenz Rheinland-Pfalz in Mainz zum neuen Vorsitzenden gewählt. Er folgt Georg Link (SWR), der wegen seines Wechsels in das ARD-Hauptstadtstudio in Berlin den Vorsitz bereits Ende 2018 niedergelegt hat. Lachmann, der zuvor erster stellvertretender Vorsitzender war, leitete die LPK seitdem kommissarisch. Zur neuen ersten stellvertretenden Vorsitzenden wurde Karin Dauscher (Rheinpfalz) gewählt, zweiter Vizevorsitzender ist nun Florian Schlecht (Trierischer Volksfreund), der dem Vorstand zum ersten Mal angehört. Als Kassenwartin bestätigten die Mitglieder Dagmar Grimminger (SWR) im Amt, als neuen Schriftführer wählten sie Frederik Merx (SWR). Der bisherige Schriftführer,Oliver von Riegen (dpa), wechselte in das Landesbüro in Potsdam.
Der Vorstand ist für zwei Jahre gewählt. (Foto: Sascha Kopp)

 

Goldenes Telefon an Marco Sussmann verliehen


Die LPK hat am 24.Oktober 2018 den Pressesprecher des Landtags, Marco Sussmann (im Bild Links), mit dem “ Goldenen Telefon“ ausgezeichnet. Der Vorsitzende der Landespressekonferenz, Georg Link (rechts), sagte zur Begründung, Herr Sussmann habe in vorbildlicher Weise den unterschiedlichen Anforderungen von Presse, Funk, Fernsehen und online Rechnung getragen. Er habe für alle Probleme Lösungen gesucht und meist gefunden, war ( fast) immer erreichbar – und habe (fast) immer zurückgerufen. Auch bei der Planung der Pressearbeitsplätze im zu sanierenden Landtagsgebäude am Deutschhaus habe Sussmann immer ein offenens Ohr für die Belange der Medien. Zusätzlich zum Goldenen Telefon gab es drei Flaschen rheinland-pfälzischen Weins: eine Flasche “ Kopfstand“ ( weil Herr Sussmann auch schon einmal bereit war, Kopfstände zu machen, um Informationen weitergeben zu können), eine Flasche “ Tacheles“ ( um mit dem Landtagspräsidenten Tacheles reden zu können) und eine Flasche “ jeden Tag Riesling“ ( um alle Anfragen und auch langweilige Landtagssitzungen ertragen zu können).

Preisträger im vergangenen Jahr war der ehemalige Präsident des Landesrechnungshofes, Klaus Behnke. Die Landespressekonferenz zeichnet damit in unregelmäßigen Abständen Personen aus, die besonders offen, fair und aufgeschlossen dem Informationsbedürfnis der Medien gegenüber stehen. Preisträger waren unter anderem Bernhard Vogel ( 1970), Jockel Fuchs (1976), Rudoolf Scharping (1977) und Hans-Otto Wilhelm (1978).